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Waldszene

Interview mit Maik Blum

Dogscan:



Wie wurde bei dir Lungenkrebs diagnostiziert?


Maik:

Während eines Routinechecks bei einer Urologin entdeckte sie eine Zyste an einer Nebenniere. Daraufhin wurde ich zu einem CT geschickt, um die Nebenniere genauer zu untersuchen. Dabei wurde ein Bereich der Lunge aufgenommen. Anschließend musste ich ins Krankenhaus, wo eine Bronchoskopie durchgeführt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass ich ein NSCLC-Karzinom habe.


Dogscan:

Hattest du irgendwelche Symptome?


Maik:

Nein, es handelte sich lediglich um eine Routineuntersuchung. Ein Jahr zuvor hatte ich aufgrund von Husten ein Röntgenbild machen lassen, das jedoch unauffällig war. Jeder Arzt hatte mir immer versichert, dass meine Lunge völlig frei sei, kein Problem, aber das basierte lediglich auf dem Abhören. Das gab mir ein falsches Gefühl der Sicherheit.


Dogscan:

Als du die Diagnose erhalten hast, war das ein einschneidendes Erlebnis für dich? Gab es Dinge, die du danach nicht mehr tun konntest?


Maik:

Nachdem ich in der Raffinerie aufgehört hatte, wechselte ich zum Sicherheitsdienst. Dort bewachte ich Flüchtlingsheime und war auch im Personenschutz tätig. Diese Tätigkeiten sind nun nicht mehr möglich. Mit meiner Größe von 1,90 Metern und meiner breiten Statur wäre ich der perfekte Personenschützer. Meine Möglichkeiten sind nun stark eingeschränkt. Ich schätze die kleinen Dinge im Leben mehr, wie zum Beispiel das Einkaufen mit meiner Frau. Durch die Chemotherapie ist bei mir alles durcheinander geraten, was zu einem Erschöpfungssyndrom führte. Zudem neige ich stark zu Thrombosen. Vor zwei Jahren erwachte ich am Neujahrstag mit einem geschwollenen Kopf. Es hatte sich eine Thrombose an der Portspitze, die in meiner Zentralvene liegt, gebildet. Der Arzt vermutete eine bakterielle Infektion, der HNO-Arzt meinte, mein Kehlkopf müsse entfernt werden, und der Endokrinologe schlug vor, meine Schilddrüse zu entfernen. Schließlich stellte der Gefäßchirurg fest, dass ich einen Zentralvenenverschluss habe. Die Überlebenschance bei einem Zentralvenenverschluss ist sehr gering. Glücklicherweise wurde ich in Dortmund operiert, trotz der laufenden Chemotherapie. Bei einem Zentralvenenverschluss ist die Lebenserwartung nicht sehr hoch. Aber irgendwie bin ich zäh.


Dogscan:

Zum Glück. Maik, was empfindest du als schlimmer, die Chemotherapie oder die Bestrahlung?


Maik:

Die Bestrahlung. Beim ersten Mal fand ich die Chemotherapie nicht so schlimm, aber die Bestrahlung entzündete meine Speiseröhre. Ich musste sogar künstlich über den Port ernährt werden. Mein Gewicht fiel von 110 kg auf 85 kg. Diese Chemo ist viel härter; dieses Mal verlierte ich auch sämtliche Haare, was beim letzten Mal nicht der Fall war.


Dogscan:

Welche direkten Auswirkungen hast du während der Bestrahlung gespürt?


Maik:

Während der Bestrahlung spürt man nichts direkt, man wird einfach sehr müde. Ich hatte entweder 36 oder 46 Bestrahlungen. Meine Speiseröhre brannte permanent, und ich konnte nichts mehr schlucken – weder kalte noch warme Speisen oder Getränke, alles hat nur gebrannt.


Dogscan:

Hast du auch eine Immuntherapie erhalten?


Maik:

Nach der Chemotherapie habe ich eine Immuntherapie erhalten, die ich sehr gut vertragen habe. Nach der ersten Therapie fühlte ich mich am nächsten Tag sehr erschöpft, aber das legte sich schnell wieder. Ich erhielt die Therapie alle 14 Tage. Jetzt bekomme ich sie auch zusammen mit der Chemo.


Dogscan:

Wie war es für deine Familie und Freunde?


Maik:

Meine Frau hat eine 10-jährige Tochter. Es war sehr schwer für sie, und wir haben versucht, sie so gut wie möglich aufzuklären und sogar Bücher gekauft zum Thema Lungenkrebs. Wir mussten ihr sagen, dass ich im schlimmsten Fall sterben könnte. Leider hat die Bestrahlung beim letzten Mal so viel Lungenvolumen zerstört, dass ich jetzt keine mehr bekommen kann. Deshalb ist die jetzige Chemo auch härter. Aber ich muss sagen, dass meine Klinik mich sehr engmaschig kontrolliert. Alle 2-3 Monate bekomme ich ein Kontroll-CT, dadurch wurden schnell 3 neue Tumore erkannt. Im Moment habe ich noch keine Nachtschweiß. Jetzt machen wir 4 Chemos und dann ein Kontroll-CT, um zu sehen, ob die Tumore gestoppt werden konnten. Sollten weitere auftreten, werde ich wahrscheinlich auf Palliativ Behandlung umstellen, weil die neue Chemo extrem ist. Dann würde ich lieber ein Jahr vernünftig leben, als 2 Jahre zu leiden.


Dogscan:

Wenn du anderen Menschen eine Botschaft mitgeben würdest, was würdest du sagen wollen?


Maik:

Hmm, im Nachhinein würde ich sagen, dass man auf sein Bauchgefühl hören sollte. Schon vor dem Röntgenbild hatte ich starken Husten. Besteht darauf, dass eure Ärzte, sei es der Hausarzt oder Fachärzte, eine gründliche Diagnose stellen. Ich habe das Gefühl, dass alles zu spät eingesetzt hat. Ein Tumor von 10 cm hätte vermieden werden können. Selbst wenn die Ärzte sagen, dass die Lungen frei sind und ihr euch unsicher fühlt, drängt auf Früherkennung. Euer System bei Dogscan spielt eine große Rolle dabei. Hätte ich früher ein CT bekommen, wäre meine Heilungschance deutlich höher gewesen.


Dogscan:

Das ist genau das, was wir erreichen wollen.


Maik:

Es ist einfach unmöglich, einen spontanen Termin zu bekommen. Alle Fachärzte sind ausgebucht. Einmal haben wir eine Meldung vom Hautarzt erhalten, über die DoctoLib App, dass der Termin vorgezogen werden kann. Wir wussten gar nicht mehr, warum wir überhaupt dahin wollten und haben den Termin abgesagt. Noch schlimmer ist es, einen Termin beim Psychologen zu bekommen. Krebs geht selten ohne Depressionen einher. Wir haben versucht, über die Hotline einen Termin zu bekommen, mit Überweisung und Prioritätscode. Dadurch hätte ich in 4 Monaten in Aarhus einen Termin bekommen. Aber wie soll ich von Dortmund nach Ahaus kommen, wenn ich nicht mehr Auto fahren kann? Wenn ich zu stark huste, gehen bei mir die Lichter aus. Zusätzlich werden einem nur Steine in den Weg gelegt. Ich habe Pflegestufe 2, aber sie lehnen gewisse Module ab, weil ich nicht in psychologischer Behandlung bin. Endlich habe ich einen Termin für eine psychologische Behandlung bekommen, nach 2 Jahren. Eigentlich müsste ich Pflegestufe 3 haben. Ich kann noch nicht einmal alleine duschen. Ich versuche krampfhaft, einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen, aber leider wird er immer abgelehnt. Ich bin einfach zu schwach, um weite Wege zu gehen. Behindertenparkplätze sind immer ganz vorne, ich könnte wirklich davon profitieren, wenn ich einen Schwerbehindertenausweis hätte. Mich nervt einfach, dass einem von jeder Seite Steine in den Weg gelegt werden, und das finde ich so schlimm.


Dogscan:

Warum unterstützt du Dogscan als Proband?


Maik:

Ich glaube daran, dass Hunde Krebs erkennen können, bevor ein CT etwas findet. Keine Untersuchung kann so schnell sagen, dass du am Anfang einer Erkrankung bist oder dass du dich genauer untersuchen lassen solltest.


Dogscan:

Wir sind nur ein Früherkennungstool und stellen keine Diagnosen. Diagnosen werden nur von Ärzten erstellt.


Maik:

Das ist richtig. Ihr stellt keine Diagnosen, aber ihr könnt dazu beitragen, dass eine gründlichere Diagnose erfolgt. Lasst euch nicht abwimmeln. Ja, aber es wäre großartig, wenn dadurch weitere Untersuchungen durchgeführt werden könnten.


Dogscan:

Welche Erwartungen und Hoffnungen hast du durch die Zusammenarbeit mit Dogscan?


Maik:

Wenn ihr 10 Leute mit eurem Suchverfahren findet, sind das 10 Leute, die gerettet werden können, wenn ihr sie zu einer frühzeitigen Diagnose schickt. Ich hatte einen gefährlichen Job, leider hatte ich Pech. Meine Familie ist zum Glück abgesichert. Aber ich hätte gerne noch 15 Jahre mehr gehabt.


Dogscan:

Wir hoffen sehr, Maik, dass du uns noch viele Jahre begleiten kannst.


Maik:

Das hoffe ich auch.


Dogscan:

Wie war das Tragen unserer Maske?


Maik:

Das Tragen war nicht störend.


Dogscan:

Was halten deine Familie und Freunde von Dogscan?



Gut, sie finden es gut. Meine Frau war nur wegen des Bildes skeptisch. Meine ganze Familie ist an Krebs gestorben, alle an Darmkrebs. Ich war immer zur Darmkrebsvorsorge. Und was bekomme ich? Lungenkrebs.

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